US-Bomber fliegen Manöver vor Nordkoreas Grenze

Die USA, Südkorea und Japan haben Raketenangriffe vor der nordkoreanischen Küste simuliert. Trump sprach mit seinen Beratern über Optionen in dem Konflikt.

Während Nordkoreas Führung den 72. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei feierte, haben die USA und Südkorea nach Angaben des US-Militärs erneut Manöver an der Ost- und Westküste des isolierten Landes geflogen. Die strategischen B1B-Langstreckenbomber seien von je zwei F-15-Jagdflugzeugen der japanischen und südkoreanischen Luftstreitkräfte begleitet worden. Mit der Übung hätten die USA ihre „unerschütterliche Bündnistreue“ zum Erhalt von Sicherheit und Stabilität der Region demonstriert, hieß es.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sieht die Manöver als Vorbereitung für eine Invasion Nordkoreas. Im Gegenzug drohte er in der Vergangenheit mehrfach mit einem Angriff auf das US-Außengebiet Guam. Die USA hatten bereits Ende September B-1B-Bomber zu sogenannten Abschreckungsübungen in den internationalen Luftraum vor der koreanischen Halbinsel geschickt. Damals wurden Bombenabwürfe simuliert.

Nahezu gleichzeitig zu dem Manöver traf sich US-Präsident Donald Trump mit seinen Beratern, um über die Optionen im Nordkorea-Konflikt zu sprechen. Trump ließ sich von Verteidigungsminister James Mattis, Generalstabschef Joseph Dunford und weiteren Mitgliedern seines nationalen Sicherheitsteams unterrichten. Laut dem US-Präsidialamt ging es zum einen darum, wie die USA auf die nordkoreanischen Aggressionen reagieren können. Zum anderen sei auch diskutiert worden, wie die Regierung Nordkoreas davon abgehalten werden könne, die USA und seine Verbündeten mit Atomwaffen zu bedrohen.

Nordkoreas Führung schreckte die Weltgemeinschaft in den vergangenen Monaten mit Atombomben- und Raketentests auf. Das Land arbeitet an atomwaffenfähigen Raketen, mit denen das US-Festland erreicht werden kann.

Hacker stahlen womöglich Militärdaten

Nordkoreanische Hacker sollen zudem mehrere Hundert vertrauliche Militärdokumente aus Südkorea gestohlen haben. Unter den Dokumenten hätten sich auch ein geheimer Einsatzplan der südkoreanischen und amerikanischen Streitkräfte für die Beseitigung der nordkoreanischen Führung um Machthaber Kim Jong Un und Informationen über militärische Einrichtungen befunden, berichtete die Zeitung The Korea Times unter Berufung auf den Abgeordneten Rhee Cheol Hee von der regierenden Demokratischen Partei Koreas. Der Hackerangriff soll bereits im September 2016 erfolgt sein.

Die Attacke war den Angaben zufolge bei Weitem umfangreicher, als das Verteidigungsministerium in Seoul zugegeben habe. Die Behörde hatte demnach im Mai dieses Jahres zwar eingeräumt, dass ihr Computernetz Ziel eines Hackerangriffs gewesen sei, doch sei der Datenklau demnach „nicht ernsthaft“ gewesen. Rhee selber habe sich bei seinen Angaben auf Informanten des Ministeriums berufen. Demnach wurden 80 Prozent des entwendeten Materials mit einem Datenvolumen von 235 Gigabyte bisher noch nicht identifiziert.

Die Angst vor Cyberattacken ist im stark vernetzten Südkorea groß. Als das Cyberkommando der Streitkräfte Ende des vergangenen Jahres das Ziel eines Hackerangriffs geworden war, wurde ebenfalls Nordkorea dahinter vermutet. Das Kommando wurde 2010 gegründet, um das Militär vor solchen Attacken zu schützen. Seoul warf dem verfeindeten Nachbarland in den vergangenen Jahren mehrfach vor, Internetseiten von Behörden gehackt zu haben. Pjöngjang bestritt die Vorwürfe stets.



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